KSOe - Prämierte Maturitätsarbeiten 2011
Andrey Peter und Karin Ernst
Der Täter richtet die Waffe aufs Publikum: Klick Klick Scheisse, LadehemmungIn dem Theaterstück von Karin Ernst und Andrej Peter geht es um Amoklauf. Angelehnt an das Schulmassaker in Littleton vor bald zwölf Jahren gibt es einerseits Einblick in den Täter und sucht zum anderen das bel in der Gesellschaft hinter ihm. Opfer und Täter, Tom und Sophie wurden in den Aufführungen im Januar von den beiden Autoren selbst gespielt, die mit diesem Stück auch ihre Reflexionen über das Theater als Kunstgattung allgemein zum Ausdruck bringen möchten. Der politische Blick auf den Amoklauf steht im Kontrast zur Sicht des Täters: Ich habe die Macht, ich bin frei und ihr seid Puppen.
Jana Epprecht
In meiner Maturitätsarbeit wollte ich verschiedene Aspekte einer wissenschaftlichen Arbeit in eine künstlerisch-gestalterische einbinden. Bevor ich mit dem Schreiben meines Romans begonnen habe, habe ich ausgiebige Recherchen über Hirnforschung betrieben, um dieses Thema dann möglichst präzise und korrekt behandeln zu können. Ausgehend von den Fakten des heutigen Stands der Forschung habe ich dann ein Konzept zur Gedankenüberwachung und -kontrolle ausgearbeitet. Die Geschichte, die um diese Ideen entstand, bildet die erste Ebene meines Romans. Eine weitere beinhaltet die Gefühle und Einstellungen der Hauptfiguren und die Entwicklungen, die diese Charaktere im Verlauf des Romans durchleben, durch welche Vorurteile und Traumata zu Verständnis und Vergebung werden.
Ida Schilter
Zürich, Dezember 2010
Cowboysommer- mein Filmdrehbuch zum neuen Roman von Hansjörg Schertenleib
Am Anfang meiner Arbeit stand eine verwegene Idee: Ich wollte den noch nicht erschienenen Roman "Cowboysommer" in ein Filmdrehbuch umschreiben. Der Autor Hansjörg Schertenleib hat mir dazu das Skript seines jüngsten Romans überlassen. Zuerst verschaffte ich mir das Grundwissen für das Drehbuchschreiben. Dann teilte ich den 190 Seiten langen Roman in Szenen und Sequenzen ein, kürzte viel weg und schrieb die Geschichte in Handlungen und Dialoge um. Ich ergänzte mein Werk mit eigenen Szenen, die mein 85 Seiten langes Drehbuch zu einer persönlichen Arbeit machen, die mir viel Freude bereitet.
Fangqun Qu
Konzert für Klarinette und Orchester, Op. 21 von Fangqun Qu
Betreut durch Herrn Gotthard Odermatt
Wie soll in unserer heutigen Welt, in der Lady Gaga die Charts erobert und Tan Dun Klavierkonzerte für Ellbögen komponiert, ein Instrumentalkonzert für meine eher unpopuläre Klarinette entstehen? Eine Frage, die nach längerer Überlegung den Griff zum Aspirin erfordert. Im Schatten des grossen Wolfgang Amadeus Mozart, dessen A-Dur Klarinettenkonzert KV 622 in der Musikliteratur als eines der grössten Werke allerzeiten angesehen wird, habe ich mich an die Arbeit gemacht.
Nach langer Auseinandersetzung mit meiner Grundfrage, wie mein Klarinettenkonzert im Jahre 2010 aussehen soll, habe ich mich schliesslich entschieden ein viersätziges, modernes Instrumentalkonzert für ein grosses Sinfonieorchester zu komponieren.
Modern heisst nicht etwa schrill und komisch! Es kann auch durchaus für die breite Masse akzeptabel und angenehm zum Hören sein. Das Stück, welches ich meinem Klarinettenlehrer Juan Armas-Pizzani gewidmet habe, ist eine ungewöhnliche Stilmischung, das aus romantischen und modernen, aber auch aus spätromantischen und jazzigen Passagen besteht. Neben dem Solopart, der sowie interpretatorisch als auch technisch von dem Solisten höchste musikalische Ansprüche fordert, ist auch die Partitur für das Orchester und dem Dirigenten während 26 Minuten Spielzeit keine einfache Aufgabe.
Florian Hübscher
Bahnkorridor Zürich - Winterthur
Engpassanalyse und Massnahmen
An jedem Werktag werden zwischen Zürich und Winterthur rund 83'000 Personen, verteilt auf 420 Personenzüge, transportiert - Tendenz steigend. Neben den Schnellzügen und S-Bahnen verkehren pro Werktag rund 100 Güterzüge im Korridor Zürich - Winterthur. Jede Zugsgattung hat ihre Eigenheiten (z.B. Halte und Höchstgeschwindigkeit) und schränkt so die anderen ein. Ausserdem müssen alle Züge zwischen Effretikon und Winterthur über dieselben zwei Gleise fahren. Dieses Zusammenspiel macht den Korridor Zürich - Winterthur besonders komplex.
In meiner Arbeit versuche ich die Engpässe im heutigen System aufzuzeigen und zu erklären, wie diese in nächster Zukunft behoben werden. Ausserdem habe ich eigene Entschärfungsmassnahmen der Engpässe entwickelt.
Abschliessend lässt sich sagen, dass heute ein sehr dichtes Angebot mit grosser Transportkapazität auf einer schlanken Infrastruktur mit sehr unterschiedlichem Rollmaterial gefahren wird. Angebotsausbauten sind praktisch nur noch mit Infrastruktur- und/oder Rollmaterialinvestitionen möglich.
Julia Suter
The Last Language - Maturitätsarbeit von Julia Suter
Die Arbeit stellt sich die Frage, ob die Einführung einer offiziellen Weltsprache als Ergänzung oder gar Ersatz zu den einzelnen Landessprachen möglich wäre und welche Auswirkungen dies hätte. Aufgrund der Unmöglichkeit eine reale Studie zur Beantwortung dieser Frage durchzuführen, wurde die Problematik in Form des Theaterstückes "The Last Language" von verschiedenen Seiten beleuchtet.
Im Stück versucht die New Babylon Organisation (NBO), das Ideal einer vereinigten Welt durch die Einführung einer offiziellen Weltsprache zu erreichen. In demokratischer Weise wird Englisch gewählt und eingeführt, doch als die offizielle Weltsprache zu scheitern droht, nutzt die NBO ihren weltweiten Einfluss, um alle anderen Sprachen auszulöschen. Nach ersten Erfolgen durch oppressives Vorgehen formiert sich jedoch immer grösserer Widerstand, der in einer Konfrontation zwischen Taylor, dem NBO-Präsidenten, und seiner Gegnerin Katra endet.
Das Stück beleuchtet vorwiegend die menschlichen und kulturellen Aspekte der Thematik. Es ist bis zur Einführung der "Last Language" in Deutsch verfasst und verzichtet auf näher charakterisierte Protagonisten. Anschliessend wechselt die Sprache sinngemäss auf Englisch und der Fokus zielt auf die entscheidenden Vertreter von NBO und Opposition. Zusätzlich sind in einem ausführlichen Kommentar weitere Überlegungen, Hintergründe und Informationen zur Thematik zusammengestellt.
Stephan Allenspach
Für die Maturitätsarbeit wurde ein etwa einen Meter langes Segelschiff mit eigenem Mast und Segel bestückt, einiger Mikroelektronik ausgerüstet und das Ganze so programmiert, dass das Schiff bei jeglichen Windverhältnissen von A nach B segeln kann. Um dies dem Schiff zu ermöglichen, wurde ein Kurs-Bestimmungs-Algorithmus von mir selbst konzipiert. Zusätzlich zum autonomen Segeln des Kurses passen sich die Segellatten der Windstärke an und das Segel der Windrichtung.
