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Latein - wozu? |
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Am Latein Gelerntes behält seinen Wert und ist nicht schon nach wenigen Jahren überholt. Die meisten Studiengänge in der Philosophischen Fakultät unserer Universitäten, insbesondere die sprachlich-literarischen, verlangen vernünftigerweise das Latinum; aber auch in der Medizin, den Naturwissenschaften und besonders in der Rechtswissenschaft bewahren Lateinkenntnisse die Studierenden vor dem Zwang, scheinbar sinnlose Begriffe bloss auswendig zu lernen. Latein lernen heisst geduldig auch vielschichtige Probleme angehen, "dicke Bretter bohren"; nicht gleich aufgeben, wenn die Lösung nicht sofort zur Hand ist; es bedeutet, besondere Leistungsbereitschaft zu erlernen, zu praktizieren und dann auch gewohnt zu sein - für sich selbst und in der Gesellschaft. Die Arbeit an einer so stark formbetonten Sprache und der Umgang mit diesem auf verschiedenen Ebenen funktionierenden System fördert die Fähigkeit strukturiert zu denken. Da wird gelernt genau zu beobachten, Begriffe präzise zu definieren und logisch zu verknüpfen; es wird also Analyse- und Kombinationsfähigkeit als Einheit geschult. Diese Verbindung ist die Voraussetzung für den Erfolg in Studium und Beruf, besonders in Wissenschaft, Medizin, Wirtschaft, Technik, ... Latein betreiben, heisst auch, sich mit anspruchsvollen Texten und Gedanken auseinandersetzen und diese dann in passender Weise auf Deutsch wiedergeben. Wer Latein lernt, kann als Erfolg komplexe Gedanken und Sachverhalte richtig und verständlich in anspruchsvoller, differenzierter Sprache mitteilen. |