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Latein - warum?
 
System und Wortschatz vieler europäischen Sprachen - besonders natürlich der romanischen - beruhen auf dem Latein. Die lateinische Sprache ist die Mutter vieler Töchter, zur Hälfte sogar des Englischen. Mutter Latein zu kennen, heisst, die Töchter verstehen, und dies wiederum ist nicht nur ein Vorteil im sprachlich bunten Europa, sondern eine Notwendigkeit in der vielsprachigen Schweiz. Nicht zuletzt deshalb steht auf unseren Autos CONFOEDERATIO HELVETICA und haben die Banken den Schweizer Franken so bezeichnet.
 
Die Mythen, die traumhaften Sagen der Griechen und Römer, leben in unzähligen Werken der Plastik, der Malerei, der Literatur weiter und noch heute entstehen allermodernste Theaterstücke in antikem Gewand. Die Philosophie, das Nachdenken über Zusammenhänge und Hintergründe, bildet über zweieinhalb Jahrtausende ein unzertrennbares Gewebe; überspitzt gesagt: "Alle Philosophie besteht nur aus Anmerkungen zu Platon ..."
 
Das Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen in Europa - da sind auch wir Schweizer Europäer - ist ein Erbe des Römischen Reiches, ebenso wie die Idee des Rechtsstaates, die sich in der modernen Welt als unerlässlich für das Funktionieren von Staat und Wirtschaft erwiesen hat. Römer (und Griechen) verstehen, heisst sich unter Schweizern zurecht finden und sich unter Europäern und in Übersee behaupten.
 
Zukunft braucht Herkunft.