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Lesung Rothmaier

Lesung Schlatter

Lesung Rothmaier und Schlatter

 

 
Lesung von Beate Rothmaier, 3.11.08
Fotos: Christina Hemauer
Text: Mariana Keller, 6b

Am 3. November 2008 war an der KSOe Beate Rothmaier zu Gast. Sie las aus ihrem Roman "Caspar", der Geschichte eines Findelkindes. Danach stand sie den Zuhörenden Red und Antwort.

Gespannt sass ich in der Aula und wartete auf Beate Rothmaier. Ihr erster Roman "Caspar" hatte mich sehr neugierig gemacht. Nach einer kurzen Einführung durch Frau Blaser stellte sich Frau Rothmaier uns vor. Sie wirkte äusserst sympathisch und ruhig.
Durch ihre Art des Vorlesens setzte Beate Rothmaier besondere Schwerpunkte. Ich war erstaunt, wie aufschlussreich das Hören des Textes war, obwohl wir ihn schon in der Klasse gelesen und diskutiert hatten.
Nach dem Lesen konnte das Publikum Fragen stellen. Als Erstes wurde sie gefragt, ob sie jeweils beim Lesen ihres Textes damit immer noch zufrieden sei oder ob sie daran etwas ändern würde. Im Grossen und Ganzen sei sie zufrieden, antwortete sie darauf. Einige Kleinigkeiten würde sie heute ändern und das habe sie auch beim Vorlesen so gemacht. Im Weiteren kamen wir auf Heimatlosigkeit zu sprechen. Die Autorin sagte, dass sie dieses Thema sehr beschäftige und dass ihr Roman aus diesem Grund davon handle. Auch weitere Fragen zur Entstehungsgeschichte des Romans beantwortete sie sehr geduldig und offen. Zum Teil wurden auch gesellschaftskritische Themen berührt. Es war interessant zu erfahren, dass hinter diesem Buch sehr viele überlegungen gesellschaftlicher Art stecken.
Interessant fand ich, als Beate Rothmaier uns erklärte, wie sie das Verfassen des Textes angegangen sei. Zu Beginn ihrer Arbeit habe sie jede Episode kurz beschrieben und habe schon früh den Ablauf der Geschichte gekannt. Erst dann habe sie sich daran gemacht, den Text auszuformulieren. Diese intensive Arbeit merkt man beim Lesen von "Caspar".
Ich freue mich auf Beate Rothmaiers nächsten Werke.










Tortenlupfer und Rheinfall
Der Autor und Kabarettist Ralf Schlatter zu Besuch an der KSOe (6.11.2008)

Fotos: Sven Sprunger, 4p
Text: Amanda Aho, 4p

Nachdem sich alle Schüler hingesetzt hatten und verstummt waren, begann Ralf Schlatter damit, ein Gedicht vorzutragen. In diesem schilderte er, wie sein eigener Verein aussehen würde, und er spielte mit dem Wort "Verein". So lautete der letzte Satz des Gedichts: "Mein Verein ist kein richtiger Verein, denn mein Verein besteht nur aus mir allein."
Danach setzte er sich an seinen Tisch und ein Bild von einem Zettel, auf dem "Tortenlupfer" stand, wurde hinter ihm auf eine Leinwand projiziert. Gleich erzählte er uns die passende Geschichte dazu: Im Stammertal im Zürcher Weinland ist es Tradition, dass bei jeder Hochzeit ein Gast zum Tortenlupfer ernannt wird (dieser findet nach dem Essen einen Zettel mit der Aufschrift "Tortenlupfer" unter seinem Teller). Der Tortenlupfer muss dann die Hochzeitstorte dreimal über das Brautpaar heben, oder eben, wie man auf Schweizerdeutsch sagt, lupfen. Bei der Hochzeit von Martin Gerspach und Claudia Schütz hatte Fritz, Martins Grossvater, den Zettel gefunden, doch da dieser bereits etwas älter war, wurde es seinem Herzen beim zweiten Lupf zu viel und er musste mit der Ambulanz abgeholt werden. Beim Abtransport fiel der Tortenlupferzettel aus seiner Hosentasche auf die Strasse, wo ihn Ralf Schlatter später fand.
Etwa eine Stunde lang las er uns weitere lustige Geschichten zu den verschiedensten Zetteln aus seinem Buch "Verzettelt" vor. Einige der Figuren kamen sogar mehrmals vor, und so bekamen wir einen Einblick in ihre jeweiligen (von Schlatter erfundenen) Leben.
Nun durften die Schüler Fragen stellen. So erfuhren wir, dass Ralf Schlatter etwa zehn Jahre lang Zettel für sein Buch gesammelt hatte und dass er seinen Lebensunterhalt als Kabarettist verdient; dies erklärte auch, warum er die Geschichten so lustig erzählen konnte.
Weil ein Schüler darum gebeten hatte, beendete unser Gast seine Lesung mit einem weiteren Gedicht, das vom Rheinfall handelte. Als er fertig war, verliessen die Meisten die Aula, nur einige wollte noch kurz mit dem Autor persönlich sprechen.

Literaturhinweis: Ralf Schlatter, Verzettelt. Verlorene Worte und ihre Geschichten, Christoph Merian Verlag, Basel 2008