Konzerttournee des Chores und des Orchesters nach Litauen
Text: Alois Heer
Zu den Fotos
Litauen, der südlichste der drei baltischen Staaten, mit der rund 1.5-fachen Fläche und der halben Bevölkerungszahl der Schweiz, wurde für den Chor und das Orchester der KSOe und das abtretende Aulawart-Ehepaar Genevieve und Eddy Waldkirch zu einem Land, mit schönen Erinnerungen und reichhaltigen Erlebnissen. Begonnen hat das Ganze mit der Freundschaft zwischen unserem Prorektor Roland Aegerter und Andreas Rodenbeck, einem deutschen Gymnasiallehrer, der am Uzupio Gimnazija in Litauens Hauptstadt Vilnius unterrichtet. Beide stellten das Projekt an ihrem Wirkungsort auf die Beine. Roland Aegerter übernahm die Reiseleitung, versorgte uns mit nützlichen Informationen und brachte uns im jeweiligen Flughafen sicher über die Landesgrenzen. Andreas Rodenbeck suchte über seine Schule die Gasteltern für die jungen Musiker/-innen und Sänger/-innen aus der Schweiz, organisierte die Hotels und die Konzerte in Vilnius und stand uns als Betreuer zur Verfügung. Sehr interessant waren seine angebotenen Führungen durch Vilnius' Altstadt, das "autonome" Künstlerviertel Uzupis und durch die Märkte zum neuen Eurocenter. Mit einer Litauerin verheiratet konnte er uns sehr viel über das Alltagsleben der Bevölkerung, dessen Mentalität und die aktuellen Probleme beim übergang von der kommunistischen Plan- zur freien Marktwirtschaft erzählen.
Vilnius hat für den Touristen sehr viel zu bieten. Nicht umsonst wurde die sehr schöne barocke Altstadt in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen. Obschon die Bevölkerung mehrheitlich katholisch ist, stehen barocke Kirchen verschiedener Konfessionen nebeneinander (z.B. auch Orthodoxe). Sehr viele Grünflächen und Einkaufsstrassen laden zum Flanieren ein. Die Küche ist währschaft, aber geschmacklich sehr ansprechend.
Die Schüler/-innen des Uzupio Gimnazija, deren Eltern und die Schulleitung empfingen und betreuten uns sehr warmherzig. Die gemeinsamen Proben und Konzerte mit dem litauischen Chor waren in sympathischer Stimmung sehr erfolgreich. Neben eigenen Vorträgen jedes Chores sangen beide vier Lieder gemeinsam, wobei natürlich eines in schweizerdeutscher und eines in litauischer Sprache nicht fehlen durften. Unser musikalisches Programm enthielt neben "klassischer" Chor- und Orchestermusik von Schweizer Komponisten beliebte, aber auch gekonnt witzige Arrangements von Schweizer Volksliedern (z.B. "Im Aargau sind zwei Liebi" in verschiedenen Musikstilen). Ein publikumswirksames Unikum war das Konzert für Alphorn und Streichorchester von Leopold Mozart. Der musikalische Höhepunkt war unser Auftritt in der akustisch sehr schönen Bernardinu Kirche. Dort beehrten uns neben der Schulleitung, der zahlreichen Lehrer- und Schülerschaft und der öffentlichkeit sogar der schweizerische Honorarkonsul und der päpstliche Nuntius für Estland, Lettland und Litauen, der ebenfalls ein Schweizer ist.
Nach dem anschliessenden gemeinsamen Nachtessen, das von einem ungenannten Sponsor finanziert wurde, wollte man sich beinahe nicht mehr trennen. Sprachbarrieren schienen keine zu existieren. Man hat auf englisch oder deutsch Freundschaften geschlossen, gemeinsam geplaudert, gesungen, getanzt Š ein Abend, von dem man sich wünschte, dass er nie enden würde...
Den zweiten Teil der Reise genossen wir nach rund sechsstündiger Busfahrt auf der kurischen Nehrung, einem schmalen Landstreifen (98km lang und 380m bis 3.8km breit) zwischen der riesigen Wasserfläche des "Haff" und der Ostsee, der ebenfalls zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Bei schönem Wetter genossen wir den Strand auf beiden Seiten und wir waren sehr beeindruckt von der grossen Düne ("ostpreussische Sahara") gleich vor der Haustür unseres Wohnortes Nida. Dort hatten uns Roland Aegerter und das deutsch-litauische Ehepaar Feser, die Inhaber des örtlichen Touristen-und Reisebüros, im sehr schönen Hotel Nerija untergebracht. Sie organisierten uns auch ein Konzert im Kultur- und Informationszentrum, mit dem wir vor zahlreich hergeströmtem Publikum die Touristensaison 2007 eröffneten.
Und schon war der letzte Reisetag da. Auf der Rückfahrt zum Flughafen besuchten wir die Burg Trakai, die auf einer Insel im Galvˇsee liegt. Sie war das Herrschaftszentrum des historischen Grossfürstentums Litauen gewesen, das sich von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer erstreckt hatte und konnte uns deshalb zum Abschluss einiges an historischen Kostbarkeiten bieten.
Zum Schluss möchten wir Beteiligten Roland Aegerter, Andreas Rodenbeck, dem Ehepaar Feser sowie den Schulleitungen der KSOe und des Uzupio Gimnazija ganz herzlich danken, dass sie uns dieses einmalige und sicher nachhaltige Erlebnis ermöglicht haben. Litauen wird für uns ein Zauberwort bleiben!
















