Veranstaltungsreihe 20 Jahre Mauerfall
Von Michael Düringer, 5r
Anlässlich 20 Jahre Mauerfall organisierte die Kantonsschule Oerlikon vom 26. Oktober bis 12. November 2009 eine Reihe von Veranstaltungen, die dem geteilten Deutschland sowie dem Ende des Kalten Krieges galten und die grosse Bedeutung des Jahres 1989 ins Bewusstsein rückten.
Die Ausstellung
Am 26. Oktober wurde die Ausstellung "Ein Volk - zwei Staaten. Leben beidseits der Mauer" eröffnet. Das erste, was dem Besucher auffällt, wenn er den Ausstellungsraum betritt, ist die Mauer aus Anschlagbrettern, die die Ausstellung in zwei Teile trennt. Mit Wasserfarben sind unzählige Graffitis der realen Berliner Mauer auf der Mauer der Ausstellung abgebildet. Ausstellungsstücke wie eine Flasche Coca Cola, Nutella, Modellautos von VW-Käfer, aber auch Bücher wie "Pippi Langstrumpf", "Das Parfum", "Old Surehand", "Die Meuterer der Bounty" etc. auf der einen Seite der Mauer geben dem Betrachter zu verstehen, dass er sich auf der Seite der BRD befindet. Zu sehen sind auch Abziehbildchen von berühmten Fussballspielern wie zum Beispiel Rudi Völler und Hoeness. Durch eine öffnung in der Mauer gelangt man schliesslich in die zweite Hälfte der Ausstellung, welche der DDR nachempfunden ist. Die Bücher hier sind fast ausschliesslich von Karl Marx geschrieben. Es gibt aber auch das eine Buch mit dem Titel "Die besten Witze der DDR", in dem sowohl der Westen wie auch der Osten mit viel Sarkasmus, aber trotzdem auf eine lustige Art und Weise verspottet wurden. Interessant sind auf dieser Seite der Mauer vor allem Gegenstände wie Nudos (Nutella des Ostens) und eine Flasche Vita Cola. Hier gibt es Abziehbildchen der Fussballer Reinhard Lauck und Wolfgang Blochwitz und des Schlagersängers Klaus Sommer zu sehen.
Es ist insgesamt eine sehr interessante und gelungene Ausstellung, die vor allem aufgrund des gut durchdachten Aufbaus überzeugt. Die Ausstellungsstücke auf den jeweiligen Seiten bringen den politischen und kulturellen wie auch den materiellen Unterschied zwischen dem damaligen Westen und dem Osten perfekt ans Tageslicht.
"Das Leben der Anderen"
"Das Leben der Anderen" ist eine hervorragende Verfilmung der Situation der DDR in den letzten fünf Jahren ihres Bestehens. Die Tatsache, dass der Staat mit unglaublicher Dreistigkeit seine Bürger ausspionierte, abhörte, ihre Privatsphäre störte und sie mit stundenlangen Verhören folterte, lässt den Zuschauer nachdenklich werden. Der Suizid einer betroffenen DDR-Bürgerin am Ende des Films trägt ebenfalls einen wesentlichen Teil dazu bei. - Alle 5. und 6. Klassen der Kantonsschule Oerlikon trafen sich am Freitagnachmittag zur Filmvorführung in der Aula. Leider waren die meisten Schüler müde von der harten Woche, und so fiel es vielen schwer, dem Geschehen auf der Leinwand restlos zu folgen.
Das Podiumsgespräch
Am 9. November, genau am 20. Jahrestag des Mauerfalls, versammelten sich alle 5. und 6. Klassen der KSOe erneut in der Aula, um sich die Erlebnisse von vier betroffenen Personen jener Zeit anzuhören. Unter den Befragten befand sich auch Herr Krzebek, ein Mathematiklehrer unserer Schule. Zwei der Gäste waren extra für dieses Gespräch aus Leipzig angereist. Zuerst wurden Fragen zum Leben der Menschen in der DDR gestellt. Auffallend war, dass alle Befragten das Leben in der DDR nicht als schlimm bezeichneten. Sie hätten die Einstellung zum Leben im Osten als kleine Kinder übernommen und sie nicht hinterfragt. Lediglich eine der beteiligten Personen äusserte gegenüber dem Publikum, dass sie in ihrer Jugend eine rebellische Ader gegenüber dem kommunistischen System gehegt habe. Die übrigen drei Personen haben erst während des Studiums angefangen, die politische Situation zu hinterfragen oder gar aktiv an Protesten teilzunehmen. Sie hätten in ihrer Jugend ihre eigenen Probleme gehabt. Nach dem Gespräch wurden noch einige Fragen seitens der Schüler gestellt.
Es war eine lange Diskussion, die dem Zuhörer einiges an Ausdauer abverlangte, aber sie war sehr interessant und hat ein Stück Geschichte lebendig gemacht.

